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Auf der Suche nach einem »artgerechten« Entwicklungsrahmen

Betrachtet man das »Dorf«, in dem Eltern heute leben, so fühlt man sich an eine Folge aus dem Comic Asterix und Obelix erinnert. Da läuft mitten durch das hübsche Dorf − ein großer Graben. Und der »macht es unmöglich, von der einen Hälfte in die andere hinüberzuwechseln«, wie es in dem Comic heißt.

Tatsächlich sind Eltern in praktisch allen wichtigen Fragen zum Leben mit Kindern geteilter Meinung. Und das geht gleich nach der Geburt los:

… Wie viel Nähe braucht so ein kleiner Mensch? Ganz viel − sagen die einen. Das schafft Urvertrauen und Sicherheit für das ganze Leben. Pass nur auf! − sagen die andern. Das Kleine könnte »verwöhnt« und damit für sein ganzes Leben geschwächt werden.

… Wenn es ums Schlafen geht, stehen die Eltern wieder an dem tiefen Graben. Nimm das Kleine doch einfach zu Dir ins Bett − sagen die einen. Die anderen beharren auf das Gegenteil: es soll im eigenen Bett schlafen. Da wird es bestimmt früher selbstständig!

Und so geht es durch die ganze Kindheit. Wie lange soll gestillt werden? Nach welchem »Schema« beigefüttert werden? Was tun bei den Zornanfällen − sind die harmlos, oder geht es da jetzt um die Machtfrage? Und wie ist das dann erst in der Pubertät − machen die Kinder jetzt gegen die Großen mobil?

Und dann kommt noch die Frage nach der richtigen Förderung dazu. Welche Programme muss man dem Kind bieten, damit es seine Talente optimal entfaltet? Reicht es denn nicht, wenn das Kind einfach spielt?

Kurz, während in der Gesellschaft viel von Freiheit geredet wird, herrscht in der Erziehung eine Diktatur der Angst: Was, wenn ich mein Kind nach der falschen Methode erziehe?

Ich glaube, dass Eltern in diesem Spannungsfeld besser klar kommen, wenn sie nicht nur in die Zukunft blicken (das tun sie automatisch, und zurecht), sondern auch dorthin, wo die Kinder her kommen.

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